Donnerstag, 19. März 2015

Gartenpläne


Ich habe kein Garten. Das muss mich ja nicht davon abhalten trotzdem was anzubauen. Ich plane Salat und Kräuter in Töpfen auf dem Balkon. Gerne möchte ich Kartoffeln in Säcken anpflanzen. Die Vorstellung, das aus einer Knolle viele andere entstehen ist motivierend.
Ausserdem steht mir der Sinn nach Blumen. Viele Blumen!! Unser Balkon soll ein Ferienparadies werden. Das ist mein Plan. Ich werde sich Bilder posten, wenns dann soweit ist. Heute werde ich jedenfalls schon mal einen Sonnenschirm kaufen und Ausschau nach einem passenden Gartentisch mit Stühlen halten.

Der Sommer kommt!!!

Be blessed!

Donnerstag, 19. Februar 2015

George W. Carver, Teil 3

Bald war er auf der Lichtung mehr zu Hause als im Blockhaus der Carvers. Die Stunden verflogen, wenn er auf den Knien lag, einen Farnzweig betrachtete und die Tapferkeit bewunderte, mit der ein neuer Trieb sich durch die Schicht toter Blätter vom letzten Winter zwängte. Farne, Blumen und Kürbisse wurden für ihn die Spielzeuge und Freunde, die er nie gehabt hatte. Er spielte und sprach mit ihnen. Die Entdeckung eines neuen Pflänzchens oder einer neuen Blüte liess sein Herz stürmisch klopfen.
Vorsichtig schloss er nun auch Freundschaft mit Tante Susans Pflanzen. Er trug Wasser für die Zuckererbsen und kniff welke Blüten von Geranien. Einmal sah Jim, wie George sich mit den gelben Rosen an der Tür beschäftigte. "Was machst du mit den Blumen?", fragte er.
"Ich liebe sie", antwortete George.
Unter seinen Händen erblühten die Rosen, und die Geranien schienen nie zu gilben.
Als Mrs Baynham zu Besuch kam und klagte, ihre Rosen sähen niemals so herrlich aus wie die von Susan Carver, versprach Tante Susan, ihr George einmal zu schicken. "Das liegt nämlich nur an ihm", sagte sie. "Er muss einen Zauber haben, um alles wachsen zu lassen."
Uns so kletterte George eines Sommertages über den Zaun und ging querfeldein zum Haus von Mrs Baynham, das einmal Colonel Grant gehört hatte. Hier hatten seine Eltern gelebt. Er versuchte, sich vorzustellen, wie sie über die Felder gegangen waren. Aber es fiel ihm schwer, das Bild seiner Elter herbeizuzwingen. Er wurde auch bald durch das grosse rote Steinhaus von diesem Versuch abgelenkt. Bewundernd umkreiste er es. In der Mittagshitze war alles still. George fühlte sich wie allein in einem fremden Land. Es gab nur ihn, das mächtige Haus und die Rosen. Er fand sie an der Nordwestseite und wusste sofort, warum sie kümmerlich waren. Nur in den frühesten Morgenstunden konnte die Sonne sie erreichen. In einer guten Stunde hatte er sie umgepflanzt und begossen und bei der Arbeit sein seltsames kleines Lied gesummt. Dann ging er zur Hintertür, um Mrs Bayham zu begrüssen.
Die Küche war verlassen wie der Hof. Aber im Haus war es einladend kühl, und fast gegen seinen Willen trugen ihn die Füsse durch das Speisezimmer zur Eingangshalle. In der vornehmen Stille wagte er kaum zu atmen. Die Wände  waren bemalt, die Möbel glänzten, und als er nun in der Tür zum Salon stand, sah George das Verblüffenste von allem: überall im Raum hingen Bilder, wunderbare Bilder von Wäldern und Blumen. Selbst der bärtige alte Mann, der auf ihn herunterblickte, kam George wunderschön vor. Hungrig ging er von einem Gemälde zum anderen, als wolle er sich jeden Pinselstrich und jede Farbe einprägen. So sehr war er in diesen Zauber versunken, dass er Mrs Baynham erst bemerkte, als sie hinter ihm stand und sagte: "Gefallen dir die Gemälde, George?"
Er fuhr fluchtbereit herum, doch sie lächelte ihm zu.
"Ich... ich... "
"Bist du gekommen, um nach den Rosen zu sehen?"
Er fand seine Stimme wieder. "Ich h-hab' die Rosen umgepflanzt, Ma'm... In die S-Sonne... Rosen brauchen S-S-Sonne, Ma'm."

Auszug "Der Mann der überlebte" von Lawrence Elliott

Sonntag, 15. Februar 2015

Gedankenspiel - eine Kurzgeschichte

Wenn sie es sich genau überlegte, konnte sie nicht sagen ob das eine oder das andere besser war. Das eine war gut weil es die Realität ist und das andere war gut weil es ihr Wunsch ist. Sie müsste ihren Wunsch in Erfüllung gehen lassen, um zu wissen, ob er besser ist als die Realität. Doch könnte sie wieder zurück, falls das was einmal ein Wunsch war doch nicht für die Realität taugt? Was wenn die Realität doch besser war als der Wunsch? Bis ans Lebensende würde sie sich fragen, was aus ihrem Wunsch geworden wäre, hätte sie ihn in Erfüllung gehen lassen. Würde sie das? Wenn doch die Realität genau so schön, vielleicht etwas schöner, vielleicht etwas weniger schön ist. Würde der Wunsch ihr Leben schöner oder schlussendlich komplizierter werden lassen?

Die Zeit geht dahin und während sie sich schwierige Fragen durch ihren Kopf wühlten, stellte sie fest, dass die Realität bereits das geworden ist, was sie nicht mehr hergeben wollte. Der Wunsch war schön, die Realität war besser. Jetzt wusste sie es.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Es war im Louvre...

Ich schlenderte durch die grossen Hallen mit den vielen Gemälden. Ehrwürdige Damen und Herrn in aufwändigen und unbequemen Kleidern und Frisuren mit erhabenem, aristokratischem Gesichtsausdruck blickten mich an. Es waren keine Geschichten dahinter zu erkennen.
Bei einem Bild blieb ich plötzlich wie angewurzelt stehen. Ich musste es anschauen. Es war zauberhaft schön. Eine liebende Mutter mit ihrer Tochter im Arm. Harmonie und Liebe zwischen Mutter und Tochter. Ich habe selten ein so ausdrucksstarkes Bild gesehen.

Später beim Ausgang erstand ich dieses Bild als Postkarte.

Hinten auf der Postkarte steht:
Louise-Elisabeth Vigée-Le Brun (1755-1842)
Madame Vigée-Le Brun et sa fille, Jeanne-Lucie-Louise, dite Julie

Elisabeth Vigée-Le Brun war eine französische Malerin, die zahlreiche Porträts europäischer Adeliger anfertigte. Im Klosterinternat in Paris, wo sie mit sechs Jahren zur Schule ging fielen bald ihre Zeichnungen in Hefte und an den Wänden auf. Auch ihr Vater war davon begeistert und sagte ihr eine Zukunft als Malerin voraus. Als sie zwölf war starb ihr Vater. Nach seinem Tod vertiefte sie sich ins Malen und erhielt Malunterricht. Bereits mit 15 Jahren erwarb sie sich ihr Geld mit professionellen Porträts. Ihr wird nachgesagt, in jungen Jahren die schönste Frau von Paris gewesen zu sein. Bestellungen von Verehrern, die nur ein Treffen mit ihr im Sinn hatten, wies sie zurück.
Leider wurde ihr Atelier mangels Lizenz geschlossen. Dafür bewarb sie sich an der Académie de Saint-Luc wo sie ihre Arbeiten ausstellen konnte und wurde kurz darauf als Mitglied aufgenommen. Sie heiratete den Kunsthändler Jean-Baptiste-Pierre Le Brun. Ihr Geschäft blühte.
Mit 25 Jahren bekam sie ihr einziges Kind Jeanne-Lucie-Louise, genannt Julie.
Vier Jahre später hatte sie eine Fehlgeburt.
Elisabeth Vigée-Le Brun malte unter anderen Marie Antoinette, den Prinzen von Nassau, zahlreiche Familienmitglieder von Katharina II von Russland. Das sind nur einige wenige aus der langen Liste der Adeligen. Sie war Mitglied in vielen Akademien.
Nach der Erstürmung von Versaille flüchtete sie mit ihrer Tochter nach Italien und anschliessend lebte sie eine Weile in Russland und Wien. Nach 12 Jahren Exil kehrte sie schlussendlich nach Paris zurück. Ihr Mann hatte sich während dessen von ihr scheiden lassen weil er um seine Besitztümer fürchtete. Sie überlebte sowohl ihren Mann als auch ihre Tochter. Elisabeth Vigée-Le Brun - eine beeindruckende Frau! Nie liess sie sich von schlechten Umständen des Lebens unterkriegen.
1841 erlitt Elisabeth Vigée -Le Brun einen Schlaganfall und 1842 starb sie im Alter von 86 Jahren in ihrer Wohnung, wo sie noch mit ihren Eltern gewohnt hatte.
 

Dienstag, 10. Februar 2015

George W. Carver, Teil 2

"Seine Neugier war unersättlich, sein Lerneifer erlahmte nie. Es kam ihm nicht in den Sinn, es merkwürdig zu finden, dass ein Junge Frauenarbeit tat. Mit seinen schnellen Händen und dem flinken Verstand versucht er alles. Eines Nachmittags sah er Tante Susan beim Stricken zu und sagte dann: "D-Das k-k-kann ich auch!" Mit einer Truthahnfeder vom Hof und einem aufgezogenen Fausthandschuh sass er neben ihr und lehrte sich selbst das Stricken. Bis zum Sommer konnte er auch häkeln und stricken. Wenn Tante Susan ein schwieriges Muster begann, brauchte sie ihm nur zu erklären, wie es am Ende aussehen sollte. Dann gingen sie, jeder für sich, an die Arbeit. Hernach konnte Moses nicht unterscheiden, welche Stich von George, welche von seiner Frau stammten."

"Wieder kam ein Frühling. George gewöhnte sich daran viel im Wald zu sein. Er hatte dort eine verborgene kleine Lichtung entdeckt, auf der die Natur alle ihre Wunder vorführte, wenn ein Mensch nur sehen und hören wollte. Er spähte unter die Baumrinde und beobachtete die krabbelnden Insekten. Er studierte die wilden Blumen, die sich an die Sonne drängten, und jene, die den Schatten suchten. Er lauschte auf das Quaken der Frösche, das Zwitschern der Vögel, und er spürte in sich das Verlangen, diese geheimnisvolle, vielfältige Welt kennen und verstehen zu lernen. Warum flohen die Nachtfalter vor der Sonnenwärme? Warum konnten die Lilien ohne Sonne nicht leben? Warum lieferten Wurzeln, die einander genau glichen, eine so verwirrende Vielfalt farbiger Blüten? Was wurde aus dem weichen, weissen Flaum, der dem Löwenzahn entschwebten?
George liebte das Gefühl warmer Erde in seinen Händen. Jahre später erinnerte er sich daran und sagte: "Die Leute morden ein Kind, wenn sie ihm befehlen: ´Bleib aus dem Schmutz!´ Im Schmutz steckt ja das Leben!"

Montag, 9. Februar 2015

Ein Brief

Ein grüner Umschlag im Briefkasten, die Adresse von Hand geschrieben. Das sieht nach was sehr Interessantem aus. Eine Hochzeits- oder Geburtsanzeige vielleicht? Ich öffne ihn. Eine Bekannte erzählt mir auf zwei Seiten - von Hand geschrieben und mit Fotos verziehrt - aus ihrem Leben. Ich lese ihn zweimal. Es macht Spass einen solchen Brief zu bekommen und zu lesen. Wenn ich dran denke, das sie sich trotz der vielen Arbeit, die sie zweifelsfrei hat, hingesetzt hat und mir persönlich einen Brief geschrieben hat - das ehrt mich sehr und ich werde ihn ganz bestimmt aufbewahren. Was drin steht ist mir auch immer noch sehr präsent - ich habe ihn ja zweimal gelesen.
Ich habe entschieden, soweit ich es schaffe, auch öfters mal wieder einen Brief zu schreiben - per Hand.

Freitag, 30. Januar 2015

Freie Minute

Ungefähr eine halbe Stunde. Ganz für mich alleine! Alles ist soweit erledigt und ich habe ungefähr eine halbe leere Stunde und ich kann irgendetwas machen was ich schon lange wollte oder was mir Freude bereiten würde.
Was war es bloss was ich gestern auf meine lange Liste für freie Minuten gesetzt habe? Da war doch so vieles was ich tun wollte?! Ich könnte in Ruhe was feines kochen - nein, kochen tu ich immer. Ich könnte einen Brief schreiben - hm dieser Brief würde länger dauern und dann liegt er wieder tagelang rum, das muss ich mal abends machen. Ich könnte telefonieren - habe aber eher Lust was Stilles ganz für mich zu tun. Ich könnte ins Bad gehen und alles was beim täglichen Schön machen zu kurz kommt nachholen - jetzt am schönen frischen Morgen mich ins Bad verkriechen? Was und wo soll ich denn jetzt anfangen?
... jetzt sind 10 Minuten dieser wertvollen halben Stunde rum.
 
 
Ich werde schreiben. Paar Sätze. Danach bin ich erfrischt.
Be blessed.